Die Geschichte

DIE VORGESCHICHTE DES REIT- UND FAHRRVEREINS PANROD

Die heutige reitsportliche Betätigung in dem 1947 gegründeten Reit- und Fahrverein Panrod hat natürlich eine lokale Vorgeschichte, die sich um so schwieriger rekonstruieren lässt, je weiter man in die Vergangenheit zurückschauen möchte. Diejenigen in Panrod, die noch vor dem ersten Weltkrieg geboren wurden, kann man kaum mehr befragen.

Viele der hier und auch in den folgenden Abschnitten über die Zeit nach der Gründung des Vereins aufgeführten Daten und Geschehnisse ergaben sich somit aus einer ganzen Reihe von Gesprächen, die der Verfasser in den letzen Jahren mit den noch lebenden Angehörigen derjenigen Jahrgänge geführt hatte, die, in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen geboren, auch in jungen Jahren geritten sind oder dem Pferdesport in Panrod auf sonstige Weise verbunden waren. Als die hauptsächlichsten Informanten über die Zeit bis zur Pferdedämmerung« in den 60er Jahren seien in alphabetischer Reihenfolge benannt Alex Crecelius, Werner Crecclius. Otto Harbach, Fred Krampol und Wenzel Janda, mit dem am 13. August 1994, einige Wochen vor
seinem Tod, der Verfasser noch ein längeres Gespräch führen konnte. Darüber hinaus sind noch Elli und Helmuth Pimrnel, Wolfgang Schmelzeisen, Willi Walrabenstein und Werner Weber zu benennen.

Diese Gespräche und einige noch vorhandene Dokumente, besonders in Form von alten Fotos und Zeitungsausschnitten, waren die Basis für die Darstellung.

Die bis 1971 noch selbständige Gemeinde Panrod hatte um die Jahrhundertwende 1900 ungefähr 420 Einwohner, zum grössten Teil Familien in landwirtschaftlichen Betrieben und mit Schneiderei in Heimarbeit, vielfach verbunden  mit Landwirtschaft im Nebenerwerb. Wie auch in den umliegenden Gemeinden wurden für die Arbeit in der Landwirtschaft für das Fahren mit Fuhrwerken und Pflügen bis in die Zeit nach dem Kriegsende von 1945 von den grossen Bauern Pferdegespanne eingesetzt. Die kleineren und Nebenerwerbslandwirte verwendeten wohl in überwiegendem Masse Kuhgespanne.

Das Reiten im sportlichen Wettbewerb mit Dressur. Springen und auch in Form von Distanzritten war dagegen bis zum
1. Weltkrieg allein den berittenen Einheiten im  Militär, der sogenannten Kavallerie, und in den übrigen Waffengattungen den Offizieren vorbehalten. Dies galt auch für das schulmässige Fahren u. a. mit Vierer- und Sechsergespannen.

Auf dem Lande gab  es  natürlich Menschen, die schon in jungen Jahren zu den Pferden ihres elterlichen Hofes eine besondere Beziehung entwickelten, die über das normale Verhältnis zum Arbeitstier hinausgingen. In Panrod war dies zum Beispiel der 1895 geborene und im Mai 1978 verstorbene Wilhelm Crecelius, Bild rechts der schon vor dem ersten Weltkrieg als Bub geritten hatte. W.Crecelius103

In den 20er Jahren begannen damals junge Landwirte, die im Krieg als Soldaten mit Pferden zu tun hatten und in ihren Betrieben Pferde für die landwirtschaftliche Arbeit besassen, sonntags spazieren zu reiten. mit ihren Familien im Chais'che auszufahren oder im Winter einen Pferdesschlitten für Fahrten durch die verschneite Landschaft zu benutzen

Einer der Landwirte mit Pferden in Panrod war zum Beispiel Heinrich Enders, der Grossvater unseres heutigen Vereinsmitgliedes Eberhard Zehner. Dass damals das Fahren mit Pferden über die normale landwirtschaftliche Notwendigkeit hinaus eine Rolle spielte, belegen zwei noch vorhandene Fotos von einem Erntedankfest in Idstein im Jahre 1927, zu dem damals auch Mitglieder der Panroder Frauenbauernschaft auf mindestens zwei Gespannen aus Panrod hinfuhren und an dem grossen Festumzug teilnahmen.. Die Fuhrwerke wurden von dem Vater von Wilhelm Crecelius und Erich Enders gefahren.  Bild unten  

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Die Entstehung der ersten ländlichen Reit- und Fahrvereine in Deutschland in der Zeit vor 1933 geht auf den für die heutige  Reitergeneration  legendären Pferdemann Gustav Rau zurück der in den  20er  Jahren  solche Vereinsgründungen propagierte, der Initiator des Deutschen Reitabzeichens war und als erster Landstallmeister nach dem letzten Krieg Leiter des Hessischen Landgestüts in Dillenburg. Ein Grund für seine Initiative war der weitgehende Fortfall der  militärischen Verwendung von Warmblutpferden als Grundlage für ihre Zucht und die reitsportliche Ausbildung nach dem 1. Weltkrieg 

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Lottiplatz

Lotti Krampol die Tochter von Wilhelm Crecelius im Jahr 1949 Turnier Panrod

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